Bericht: Die gahg auf dem Nachhaltigkeitskongress Baden-Württemberg 2018: „Mehr TateN! – Mehr Zukunft!“

Nachhaltigkeitskongress

Der Nachhaltigkeitskongress am Freitag, den 13.04.2018 bildete den Höhepunkt und Abschluss des Jubiläums „10 Jahre Nachhaltigkeitsstrategie Baden-Württemberg“. Die Strategie versteht sich als eine Plattform, um wichtige Fragen nachhaltiger Entwicklung zu debattieren und umzusetzen – in einer Kooperation aus Staat, Wirtschaft und Gesellschaft.

Beim Kongress standen Nachhaltigkeits- und Zukunftsthemen im Fokus, die Baden-Württemberg bewegen und über die Grenzen des Landes hinaus diskutiert werden. Das Thema Nachhaltigkeit wurde auf Basis der Ziele für nachhaltige Entwicklung (SDGs) betrachtet. Der Blick wurde auch in die Zukunft geworfen: Was können wir gemeinsam – regional und weltweit – bis zum Jahre 2030 umsetzen? Wie wollen und können wir im Jahre 2050 leben? Was sind unsere Visionen?

Nachhaltiges Handeln bezieht sich auf alle Lebensbereiche und ist ein gesamtgesellschaftliches Thema. Besonders relevante Themen, auf die sich der Kongress mitunter am meisten konzentriert hat, waren Klima und Energie, Ressourcen, Bildung für nachhaltige Entwicklung (BNE), nachhaltige Mobilität und nachhaltige Integration.

Nachdem die Begrüßung von Sven Plöger (Diplom-Meteorologe und TV-Moderator) stattgefunden hatte und der Kongress vom Ministerpräsidenten des Landes Baden-Württemberg, Winfried Kretschmann MdL eröffnet wurde, richtete der Gouverneur von Kalifornien, Jerry Brown, eine Grußbotschaft an Baden-Württemberg.

Dann ging es los mit dem ersten Impuls „Transformation zur Nachhaltigkeit-Weichenstellungen bis 2030“ von Prof.Dr. Dirk Messner (Direktor des Deutschen Instituts für Entwicklungspolitik (DIE)).  Herr Prof. Messner erläuterte, dass wir uns im Zeitalter des Menschen – Anthropozän – befinden. Da der Mensch seit wenigen Jahrzehnten so viel Öl und Kohle verheizt, um sich mit Energie zu versorgen, steigt der Anteil des atmosphärischen Treibhausgases Kohlendioxid (CO2) auf Werte, wie es sie in Millionen Jahren nicht gegeben hat. Das treibt die Durchschnittstemperaturen auf immer neue Rekordwerte, und einige Pflanzen- und Tierarten verschieben ihren Lebensraum schon jetzt in Richtung der Pole. Wenn es so weitergehen würde, dann würde schon bald die Wüstenbildung im Amazonas Regenwaldgebiet beginnen und die Ernährungs- und Wassersysteme Lateinamerikas zusammenbrechen. Ein anderes Beispiel wäre, dass sich das Grönlandeisschild destabilisiert werden würde und der Meeresspiegel um sieben Meter ansteigen würde – was die Erde nachhaltig verändern würde. Wenn der Südpol abschmelzen würde, würde der Meeresspiegel um 70 Meter ansteigen. Was können wir tun? Zum einen muss das Energiesystem umgebaut werden, das heißt, Technologien, wie Erneuerbare Energien und E-Mobilität müssen ausgebaut werden. Bis 2050 müssen die Treibhausgasemissionen auf 0 sinken, sonst müssten wir uns darauf einstellen, uns an immer schwieriger werdende Lebensbedingungen anzupassen. Da die technologischen und ökonomischen Bedingungen und Herausforderungen bestehen würden, muss es einen zivilisatorischen und kulturellen Wandel geben! Ein weiterer Ansatzpunkt ist die Verbindung von Nachhaltigkeit und Digitalisierung und die damit verbundene Decarbonisierung und Dematerialisierung. Hierfür müssen noch passende Rahmenbedingungen geschaffen werden. In der Psychologie gibt es drei Motivationsstränge, die zur Veränderung führen:

  • Moralisch/normativ: Wie konnten wir nur akzeptieren, dass es so weit kommen konnte?
  • Wir können das lösen! Hierzu gehört, zu zeigen, was man alles schon wie lösen kann.
  • Einen Anreiz zur Lust auf die Zukunft schaffen: Ein Klima schaffen, Spaß zu haben. Die Lust auf die Zukunft ist auch die Antwort auf Wutbürger.

Der nächste Impuls „Der Geldbeutel ist eine scharfe Waffe“, kam von Hannes Jaenicke (Schauspieler und Umweltaktivist). Herr Jaenicke fragte sich zunächst, wo das Tempolimit für Autofahrer bliebe, mit dem Hintergrund, dass in der Autoindustrie SUVs den steigensten Markt darstellen. Eine weitere Unmöglichkeit sei es, dass die GroKo die bisherigen Klimaziele der Bundesregierung bis 2020 aufgegeben haben. Es würde immer über „Orang Utan-Babys“ berichtet werden, aber das Problem ist viel greifbarer: Hier sterben Spatzen aus! Nun das Plädoyer: Wir haben mit unserem Geldbeutel viel mehr Macht, als wir glauben. Wir haben die Macht, kein Palmöl zu kaufen und das Bundesverwaltungsgebäude könnte keine Meranti-Fenster haben. Außerdem ist es über der Zeit, strengere Jagdgesetze für Trophäen zu verabschieden. Da immer mehr Mikroplastik auf Plankton ist, kann keine einzige Bio-Forelle und kein Rasierschaum mehr ohne Mikroplastik gefunden werden. Fairtrade-Produkte zu kaufen, sei gut angelegtes Geld, ist Herr Jaenicke der Meinung. Die Konsum- und Wegwerfgesellschaft wird durch das Fernsehen gefördert. Alles, was in der Werbung präsentiert wird, sollte nicht gekauft werden. Mit dem Fernsehen kann man aber unglaubliche viele Menschen erreichen, im öffentlich-rechtlichen Fernsehen kommen auch sehr informative Sendungen und Dokumentationen. Deswegen: Fernsehen macht Kluge klüger und Dumme dümmer.

Den Impulsen folgten Speed-Speeches zum Thema „Ziele 2030 und Visionen 2050 – von der globalen Nachhaltigkeit nach Baden-Württemberg“.

Das Tandem 1 redete über die „Sustainable Development Goals (SDGs)“: In seiner zweiten Enzyklika „Laudato si“ redete Papst Franziskus über das Konzept des gemeinsamen Hauses, die universale Geschwisterlichkeit, ökologischer Umkehr, einfachem Lebensstil, Naturressourcen und Gemeinwohl. Wasser sei ein Menschenrecht, die politische Steuerung der Wirtschaft und die Ebene der Einzelmärkte sollte reflektiert werden. Entwicklungspolitik sei die systemkritische Antwort auf den Westen. Postwachstumsansätze, Zukunftsdebatten á la welche Entwicklung wollen wir und Bildung sind die Kernansätze von Entwicklungspolitik. Nach dem Ecological Foodprint Network brauchen wir Menschen in Baden-Württemberg 3,6 Erden, um unseren Lebensstil so fortzuführen.

Die greifbarste Aussage aus Tandem 2 über den „Klimawandel und Anpassungsstrategien“, war, dass wir die Verantwortung nicht abgeben können und z.B. insektenfreundliche Pflanzen anpflanzen können.

Tandem 3 beschäftigte sich mit „Bildung für nachhaltige Entwicklung (BNE)“: Nachhaltige Entwicklung müsse in allen Fächern verankert werden. Deutsch sei z.B. ein Containerfach, in dem man auch mal einen Text zum Umweltschutz und Klimawandel lesen und analysieren könnte. Der Dokumentarfilm „Nicht ohne uns!“ von Sigrid Klausmann ist ein Appell an die Großen dieser Welt. Die Filmemacherin hat auf in ihrem Film Kinder der ganzen Welt zur Schule begleitet und ist ihnen und ihren Wünschen, Vorstellungen und Werten auf Augenhöhe begegnet.

Das Tandem 4 zu „Klimaschutz und Energiewende“ behandelte das Thema Inkohärenz der politischen Strategie auf Europaebene: Es ist nun einmal Fakt, dass eine begrenzte Menge CO2-Emissionen in der Luft aufgenommen werden kann. Europa umfasst 7% der Weltbevölkerung und ist für 10% der Emissionen verantwortlich. Wir sind derzeit noch nicht nachhaltig aufgestellt, werden und können aber unser Ziel erreichen. Wenn Europa aber mehr für seinen Klimaschutz machen würde, würde die Wettbewerbsfähigkeit verloren gehen.

Das letzte Tandem über „Nachhaltigen Konsum“ hat sich zunächst mit Mentalitäten aus historischer Sicht befasst: Zu Zeiten Christus war der Terminus: „Es wurde vollbracht!“ Zu Zeit der Industriellen Revolution war Konsum Ziel der Produktion. Heutzutage hat Konsum nicht nur mit Kauf zu tun, sondern auch mit Werten, Normen und Lebensstilen. Japan erlebte z.B. vor etwa 100 Jahren eine Lebensreformbewegung. Aus Sicht des interkulturellen Konsumverhaltens würden kleine Revolutionen des Alltags schon viel bewirken. Das globale Problem sei ein Menge- und Verteilungsproblem, relative Positionen müssten also verändert werden. Eigentlich bräuchten wir eine neue Aufklärung nach dem Aufklärungsalter nach Kant. Wir Menschen seien nicht gut, Einsichten in Handeln umzusetzen – Biases im Verhalten sind überall zu beobachten.

Das Leitbild der Green Economy ist eine international wettbewerbsfähige, umwelt- und sozialverträgliche Wirtschaft. Auf Basis eines umfassenden Verständnisses der Zusammenhänge in Wirtschaft, Finanzwesen und Politik soll vor dem Hintergrund anerkannter ökologischer Grenzen ein umweltverträgliches qualitatives und somit nachhaltiges wirtschaftliches Wachstum ermöglicht werden. Diese Modernisierung soll Deutschland als Wachstumsmotor dienen.

Nachmittags war ich im Zukunftsforum „Klimaschutz und Energiewende“: Es sollte Sanktionen des Europäischen Gerichtshof und Governance-Richtlinien zur nationalen CO2-Abgabe geben – andernfalls würde sich die Wirtschaft scheuen einen Beitrag zur Energiewende zu leisten. In absehbarer Zukunft werden in Deutschland Speicheranlagen und Netze für Erneuerbare Energie gebraucht. Das Vereinigte Königreich hat eine Sonderregelung von Produktsubventionen für Erneuerbare Energie eingeführt. Damit sollte die Braunkohle erfolgreich reguliert werden. Dr. Jörg Lange vom Verein für eine nationale CO2-Abgabe e.V. setzt sich dafür ein, dass alte Umlagen und Steuern abgebaut werden und ein CO2-Preis verteilt wird. Für die Neuausrichtung der Steuerrückerstattung müssten bürokratische Hürden reduziert werden. Das Erneuerbare-Energie-Gesetz (EEG) sei zu undurchschaubar geworden sein. Hier müsste eine Entschlakung mit weniger Regulierungen stattfinden.

Derzeit ist die Energiespeicherung noch nicht nötig und Stromexportüberschüsse werden von der Bundesnetzagentur verkauft. Ausschreibungen im Bund seien nicht standortdifferenziert, diese Ausschreibungsmodalitäten müssen geändert werden!

Fest steht: Atomkraftwerke und Braunkohlewerke müssen abgeschaltet werden!

Bei der anschließenden Debatte zum Thema „Wie leben wir übermorgen? Blick in die Zukunft“ stellte Franz Unterseller MdL (Minister für Umwelt, Klima und Energiewirtschaft Baden-Württemberg)  erstmal heraus, was die letzten 10 Jahre alles erreicht wurde: Es wurden Nachhaltigkeitsindikatoren zum Messen entwickelt, der Beirat der Landesregierung für nachhaltige Entwicklung wurde gegründet, um gesellschaftliche Akteure aktiv in die Nachhaltigkeitsstrategie des Landes einzubinden. In der Wirtschaftsinitiative Nachhaltigkeit lernen Unternehmer*innen von Unternehmer*innen. In der Jungendinitiative Nachhaltigkeit bringt mit Aktionen und Veranstaltungen die Themen von jungen Menschen in die Nachhaltigkeitsstrategie ein. Die Kommunale Initiative Nachhaltigkeit fördert, begleitet und vernetzt Kommunen und Landkreise bei der Einführung und einer nachhaltigen Kommunalentwicklung und von Nachhaltigkeitsprozessen. Vom 7.-10. Juni finden die Nachhaltigkeitstage in Deutschland statt, von den 1.730 Aktionen würden 1/3 in Baden-Württemberg stattfinden. Ein Grundkonflikt in allen Entscheidungen sei Suffizienz vs. Regulierungen. Baden-Württemberg ist das einzige Bundesland in dem bei einem Austausch der Heizsysteme mind. 15% Erneuerbare Energien oder Effizienzregulierungen gestellt werden müssen. Bei Kaffeekapseln müssen höhere Regulierungen eingeführt werden!

Theresia Haitz (Jugendbeirätin der Jugendinitiative der Nachhaltigkeitsstrategie Baden-Württemberg) befürwortet das Konzept des Buen Vivir (das Gute Leben), das sich auf Wertvorstellungen und die Philosophie der indigenen Kulturen der Andenländer beruft. Es versteht sich als alternatives Entwicklungskonzept, welches die westlich geprägten Vorstellungen von Fortschritt und Wohlstand sowie die vorherrschenden Entwicklungsmodelle in Frage stellt.

Dr. Eike Wenzel (Gründer und Leiter des Instituts für Trend- und Zukunftsforschung) hat den Studiengang „Nachhaltigkeitsmanagement“ eingeführt. Es gäbe immer neue Megatrends, meinte er, z.B. demographischer Wandel, Klimawandel, Globalisierung, Migration, Nachhaltigkeit und Digitalisierung. Es steht fest, dass wir die Klimawende ohne Digitalisierung nicht hinkriegen würden. Einige Szenarien für 2050, die sich die Menschen auf dem Podium ausmalen konnten, waren: Massenmigration v.a. aus Afrika, Bildung wird auch jetzt schon teurer und schwerer zugänglicher, Rückgang der Biodiversität und Insektensterben,…

Wichtig ist es, dass wir uns von der Kurzsichtigkeit und dem Populismus abwenden. Die meisten Menschen am rechten Rand sind schlecht integrierte Menschen. Deswegen brauchen wir einen sozial-ökologische Transformationsprozess! Das Thema der Nachhaltigkeit muss genau das Thema der sozialen Ungleichheit lösen.

Klar ist auch: Wer, wenn nicht wir! Baden-Württemberg ist nur für 0,2% der globalen CO2-Emissionen zuständig, trotzdem ist es nach den SGDs wichtig, Weichen zu stellen. Wind- und Sonnenenergie konnte am Donnerstag 40% der ganzen Kapazität decken. Ein wichtiges Thema für uns alle ist auch die Sanierung von Gebäuden: Allein in Baden-Württemberg gibt es über 2 Mio. Bestandsgebäude und 70% gab es bevor es die Dichtungsrichtlinien für Gebäude gab. In unserer Pflicht als Bürger*innen von morgen ist also: Häuser sanieren statt Neubau, SUV oder Kaffeepads!

Annelie Plachetka

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gahg wählen!

Wir sind die einzige parteiunabhängige politische Hochschulgruppe an der Universität Mannheim. Wie keine andere Hochschulgruppe stehen wir für Ökologie und Nachhaltigkeit und legen großen Wert auf organisatorische und politische Selbstbestimmung.

Wir distanzieren uns klar vom politischen Vorgehen der Partei Bündnis 90 / Die Grünen in BadenWürttemberg.

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In der letzten Stupa- Wahl konnten wir mit unseren beiden Listen, der klassischen grün alternativen Liste und der gahg: links-alternativ Liste antreten  und fünf Sitze für das Studierendenparlament besetzen und eine Koalition mit der Juso-Hochschulgruppe eingehen.

Für den AStA stellten wir in diesem Jahr: Eine der AStA-Vorsitzenden (Linda Bachmaier) sowie die AStA-Referent*innen für Hochschulpolitik und Gesellschaft (Annelie Plachetka) und Veranstaltungen (Clara Baschant/Tabea Breier).

Zudem vertraten uns Anna Wollmann als Mitglied im Senat, Annelie Plachetka im Verwaltungsrat des Studierendenwerks sowie Elena Klafsky im Universitätsrat.

Dieses Jahr möchten wir wieder durchstarten und eure studentische Vertretung sein und treten mit unserer grün.sozial.alternativen Liste für euch an!

Wir hoffen eure Unterstützung und euer Vertrauen zu kriegen!

Wir sehen uns am Dienstag, den 17. April/ Mittwoch, den 18.April im Wahllokal.

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Umzug des AStA und der gahg

Seit ca. zwei Wochen haben der AStA und somit auch wir als Hochschulgruppe ein neues Quartier. Wir sind in den Parkring 39, gegenüber von A5, gezogen. Unser Raum (Raum 205) befindet sich im 2. Stock. In dem sogenannten „Studierendenhaus“ befindet sich außer verschiedenen Fachschaften und Initiativen auch noch das Institut für Sport. Unsere alten Räume in L9,7 wurden von der Universitätsverwaltung abgemietet, um externe Kosten zu sparen. Ausziehen musste im Parkring glücklicherweise niemand: Die Räume im zweiten Stock standen Initiativen zuvor gelegentlich für Workshops am Wochenende zur Verfügung.

Wir hoffen natürlich, dass wir nächste Legislatur wieder Teil des AStA sind, um den neuen Ort auch für neue Projekte benutzen zu können. Wir möchten u.a. im Hof einen Verschlag für Foodsharing bauen, damit das Foodsharing-Regal auch unabhängig von den Öffnungszeiten zu erreichen ist. Außerdem hoffen wir, dass wir die AStA-Räumlichkeiten einladender und offener gestalten können, sodass wir eine selbstverwaltete Begegnungsstätte schaffen können, in der es Leckereien und Kaffee gibt.

Kommt vorbei, wir freuen uns auf unseren gemeinsamen Ort!

Parkring 39

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Earth Hour

Die Earth Hour ist eine einfache Idee: Millionen von Menschen schalten  für eine Stunde am gleichen Abend das Licht aus – überall auf dem Planeten. Viele Städte und Wahrzeichen schlossen sich dieser Aktion auch dieses Jahr am 24. März an, die ein starkes Zeichen für einen lebendigen Planeten mit der Forderung nach mehr Klimaschutz ist.

Im Fokus der Earth Hour 2018 standen dieses Jahr die zahlreichen Tierarten, die durch die Klimakrise bedroht sind. Geht die Erderhitzung so weiter wie bisher, läuft jede sechste Art Gefahr auszusterben.

Letztes Jahr hatten wir genau zu der Zeit unser wöchentliches Treffen, dieses Jahr haben wir von den verschiedensten Orten, an denen wir uns aufhielten, an die Earth Hour gedacht und so unsere Botschaft an andere Menschen weitergetragen. Auch die Stadt Mannheim und die Klimaschutzagentur Mannheim haben sich der Earth Hour angeschlossen: Dieser Tag wurde zur Einführung der Kampagne „Bleib deinem Becher treu“  genutzt. An diesem Tag wurde ein Pfandsystem für Mehrwegbecher in Cafés, Bäckereien und vielen Coffee-to-go-Verkaufsstellen eingeführt. Hier könnt ihr nachgucken, welche Geschäfte mitmachen: http://www.bleibdeinembechertreu.de/. Ziel ist es, die Einwegbecherflut zu verringern und auf einen bewussten Umgang mit Ressourcen aufmerksam zu machen. Deswegen möchten wir auch nochmal auf die Möglichkeit auf dem Campus aufmerksam machen, einen MaCup-Becher zu ersteigern oder eine Tasse für Kaffee zu benutzen.

MaCup

Mit diesen Worten schließen wir für heute: Resources are not endless, use them smarter!

Peace, gahg

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Review: Grün-alternativer Semesterstart FSS 2018

Dieses Semester blicken wir bereits auf eine erfolgreiche Zeit mit einer neuen Veranstaltungsreihe zurück. Unsere Aktionen möchten wir euch im Folgenden kurz vorstellen:

„Gahg the system! – Praktische Alternativen zum Kapitalismus“

Bei diesem Treffen sind wir in ungezwungener Atmosphäre in Diskussion darüber getreten, wie wir in unserem Alltag dem Kapitalismus entfliehen können. Außerdem haben wir uns gegenseitig bestehende Projekte (wie z.B. die Solidarische Landwirtschaft) vorgestellt und darüber philosophiert, wie wir solidarische Gemeinschaften aufbauen können. Außerdem haben wir eine Büchertausch veranstaltet.

Grün-alternativer Kneipenbummel

Neben unserem Veranstaltungsformat „Fairführung“ haben wir mit großer Freude zum ersten Mal einen grün-alternativen Kneipenbummel durch die Neckarstadt West und den Jungbusch durchgeführt. Hier waren wir u.a. im Café Rost, welches ein veganes Restaurant ist. Der Abend war sehr gesellig und spaßig.

Kneipenbummel

Dokumentation zum Thema Transgender

In dem Film begleitet der Filmemacher Eric Juhola eine junge Familie aus Colorado, die sich in einem hoch publizierten Rechtsstreit und einem markanten Fall von Bürgerrechten für das Recht ihrer 6-jährigen Transgender-Tochter einsetzt, das Mädchenbadezimmer in ihrer Grundschule benutzen zu dürfen. Diesen haben wir in unserem alten gahg-Raum mit euch geguckt, viele Leckereien vernascht und sind danach in eine sehr spannende Diskussion getreten, die einem auch noch im Nachhinein zum Nachdenken angeregt hat.

Filmeabend

„Schnippelparty“

So hat unsere Schnippelparty funktioniert: alle haben etwas (Frisches) zu essen mitgebracht und daraus haben wir ein leckeres Abendessen gezaubert, während wir uns angeregt unterhalten und laut Musik gehört haben. Den Großteil haben wir durch Foodsharing beigesteuert.

Demonstration zum Frauen*kampftag am 8. März in Heidelberg

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Weltweit haben Menschen am 8. März für die Gleichstellung der Geschlechter demonstriert, da Gewalt und Diskriminierung gegen Frauen leider heute noch Alltag sind. So erlebt zum Beispiel jede 7. Frau in Deutschland mindestens einmal in ihrem Leben schwere sexualisierte Gewalt. 369 Mal gab es 2016 Mordversuche an Frauen durch ihre Partner.
Neben der psychischen und physischen Bedrohung werden Frauen heute immer noch ökonomisch diskriminiert. Sie erhalten weniger Gehalt und haben schlechtere Chancen bei Einstellung und Beförderung. Berufe, die typischerweise von Frauen ausgeübt werden, werden systematisch schlechter bezahlt. Gleichzeitig leisten sie den Großteil an unbezahlter gesellschaftlich notwendiger Reproduktions- & Sorgearbeit (Haushalt, Kinder, Pflege von Alten und Menschen mit Behinderung). Auch erschreckend ist der geringe Anteil von Frauen im Bundestag (31%), der nach 100 Jahren Frauenwahlrecht wieder ein Tief erreicht hat.

Wir waren aktiv in der Organisation der Demonstration in Heidelberg involviert und haben gegen sexuelle Gewalt, Alltagssexismus, ökonomische Ungerechtigkeiten und patriarchalische Machtstrukturen protestiert und fordern grundlegende Rechte für alle Menschen, unabhängig von ihrer sexuellen Identität, ihrer sexuellen Orientierung und ihrer Herkunft.

Wir bedanken uns bei Allen, die diese schönen Momente mit uns verbracht haben!

<3, gahg

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Willkommen liebe Erstis!

Liebe*r Ersti,

Du hast es endlich geschafft, bist fertig mit der Schule, hast Deinen Studienplatz bekommen und bist nun startklar für die aufregendste Zeit Deines Lebens. Du hast Dir sicherlich schon einige Gedanken gemacht, wie es sein wird, plötzlich auf dich selbst gestellt zu sein, das gewohnte Umfeld zu verlassen und Schulranzen gegen Bib-Tüte einzutauschen.

Studieren geht weit über bloßes Lernen hinaus; es ist deine Chance, dich und deine Kommiliton*innen ganz neu kennen zu lernen und das, was du einst für selbstverständlich erachtet hast, zu hinterfragen. Du kannst diese Zeit auch nutzen, um politisch ein Zeichen zu setzen. Wir als grün-alternative Hochschulgruppe würden uns freuen, dich bei einer unserer Ersti-Aktionen persönlich begrüßen zu dürfen.

Wofür wir stehen

Für eine grüne Uni

Als grundsätzlich antiautoritäre, feministische und ökologische Gruppe setzen wir uns für ein individuelles und freies Studium für alle ein, wobei unsere Herzensangelegenheit insbesondere Nachhaltigkeit auf dem Campus ist. Wir blicken auf eine jahrelange erfolgreiche Regierungsarbeit zurück, bei der wir vieles erreicht haben: z.B. konnten wir die Umstellung der Uni auf 100% Ökostrom durchsetzen und haben uns für den Ausbau des neuen Fahrradwegs vorm Schloss eingesetzt. Doch wir haben noch viel vor: wir möchten eine breitere und nachhaltigere Menüauswahl in der Mensa, unsinnige Anwesenheitspflichten abschaffen, ökologische Angebote auf dem Campus fördern und die Finanzierung der Uni transparenter machen.

Nachhaltig leben

Wir sind auch über Hochschulpolitisches hinaus sehr aktiv: wir veranstalten Kleidertauschpartys, Flohmärkte, Vorträge, Filmvorführungen, „Fairführungen“, also Stadtführungen unter Nachhaltigkeitsaspekten, u.v.m.! Wir haben dabei immer das Ziel vor Augen, durch kreative Projekte den Blick zu sensibilisieren und den Status quo kritisch zu hinterfragen.

Lerne uns kennen!

Wir diskutieren gerne und lebhaft und freuen uns über jedes Mitglied, das neu bei uns dazukommt!

Wöchentliches Treffen: jeden Montag um 19:00 Uhr in den Räumlichkeiten des AStA (L9,7 erste Tür links).

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Foto: ChrisArtography

Unsere Erstsemester-Aktionen

Do 14.09. 15:30 Uhr: Fair- & Kulturführung durch Mannheim (Treffpunkt: Statue im Ehrenhof)
Lerne die Stadt unter nachhaltigen und kulturellen Gesichtspunkten kennen!

Woche 18.09.-22.09.*: Besuch des fairen Markts im Luisenpark & der 16. Fairen Woche in MA

Mo 25.09. 20:00 Uhr: Filmvorführung Projekt A – Eine Reise zu anarchistischen Projekten in Europa“ (L7, 3-5 Hörsaal 001)

Oktober*: Filmvorführung „Beyond the red lines“ zum Thema Klimawandel

*Genaue Veranstaltungsdaten werden noch auf fb.com/gahgMA bekanntgegeben.

Außerdem geplant: veganes Running-Dinner, Kleidertauschpartys u.v.m.

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Love is love! – Statement zur Ehe für Alle

loveisloveEs wird Zeit! Gleiche Liebe, gleiche Rechte – das soll endlich auch in Deutschland gelten!

Als grün alternative hochschulgruppe stehen wir für die Gleichberechtigung aller Menschen. Wir finden, LSBTTIAQ*s in Deutschland haben lange genug gewartet. Wir fordern die Eheöffnung und darüber hinaus auch das Adoptionsrecht für Alle, jetzt!

Nach der Aufhebung des Koalitionszwangs gab es am Mittwoch im Rechtsausschuss des Bundestagesendlich eine Mehrheit aus Grünen, Linken und SPD.

Damit ist der Weg zu einer Abstimmung im Bundestag am Freitag frei. Es bleibt zu hoffen, dass der Antrag dort ebenfalls eine Mehrheit finden wird. Dies gilt als sehr wahrscheinlich.

Eine einfache Mehrheit ist dabei ausreichend. Im Gegensatz zu dem, was Konservative  hartnäckig wie falsch behaupten, ist keine Grundgesetzänderung nötig. Das Grundgesetz stellt in Art. 6 lediglich die Ehe unter den besonderen Schutz des Staates. Es wird dabei nicht erwähnt, wer eine Eheschließung eingehen kann. Die Ehe ist in Deutschland im Bürgerlichen Gesetzbuch definiert – diese Definition soll nun so geändert werden, sodass sie auch gleichgeschlechtliche Partnerschaften erfasst.

Spät genug sind wir dran. Deutschland ist in Europa nun wahrlich nicht der Vorreiter in Sachen Gleichstellung. Im Index der ILGA zur rechtlichen Lage vom LGBT 2016 belegt Deutschland Rang 19 von 49 europäischen Ländern.

Doch dies ist nun ein kleiner Schritt auf der langen Reise zur vollkommenen gesellschaftlichen Akzeptanz von LSBTTIAQ* in Deutschland, Europa und schließlich auf der ganzen Welt. Wir werden uns weiterhin dafür einsetzen, dass wir dieses Ziel schlussendlich erreichen und wir alle in einer diskriminierungsfreien und toleranten Gesellschaft leben können.

 


Anmerkung: LSBTTIAQ* steht für Lesben, Schwule, Bisexuelle, Transexuelle, Transgender, Intersexuelle, Asexuelle, queere Identitäten und alle Anderen, die aufgrund ihrer sexuellen Orientierung oder Identität diskriminiert werden.

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